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Liebes Tagebuch, ...

28.06.2010

Freundschaft zwischen Männern und Frauen – kann es das wirklich geben?
Ich behaupte mal: Nein!
Alice Schwarzer würde wahrscheinlich sagen: Dass Männer und Frauen neutral miteinander umgehen können, ist Evolution. ICH sage, wir sind noch weit davon entfernt, unsere umeinander herumbalzenden Hormone zu ignorieren und uns geschlechtsunabhängig zu verhalten.

Ich zum Beispiel habe immer nur zwei Arten von männlichen „Freunden“ gehabt:
Die, bei denen die Verheißung auf mehr noch im Raum stand.
Und Exfreunde, die nach unserer Trennung wieder und wieder auf der Matte standen, weil sie doch noch nicht genug hatten…
Waren diese beiden Faktoren nicht mehr relevant, - etwa, weil der über Jahre baggernde Ingenieur im Vorbeigehen eine heiratswütige Flugbegleiterin geschwängert hatte - wurden sie auch nicht mehr gesehen. Und für all meine Expartner, die immer mal wieder zaghaft bei mir angeklopft haben, galt der ausgeleierte Satz „Lass uns Freunde bleiben“ jeweils nur solange, bis ich eine Beziehung mit ihrem Nachfolger eingegangen war und ihnen klar wurde, dass ich niemals zweigleisig fahren würde. Oder ihre eifersüchtige Neufreundin ihnen den Umgang mit mir verbot...

Aus diesem Grund ist der schwule Mann bei vielen Frauen der einzig mögliche beste Freund. Die habe ich aber auch nicht. Warum? Ich habe lange gebraucht, es herauszufinden... Die einen neiden mir meine Kurven und meine Weiblichkeit, weil sie grundsätzlich die besseren Frauen sein wollen. Nehmt doch nur Bruce Darnell: Er hat den weit lasziveren Hüftschwung, er hat einen sexy Augenaufschlag, den seine minderjährigen Schützlinge nicht in 10 Jahren hinkriegen werden, er kann besser zicken als jede verwöhnte Göre und unter Garantie kennt er sich mit Kosmetika besser aus als jede Parfümeuse. Und die andere Kategorie schwuler Männer lechzt ständig nach meinen Hetero-Männern. Die intrigieren dann aufs Fieseste herum, um uns auseinander zu bringen, weil sie davon überzeugt sind, dass alle ansehnlichen Männer latent schwul sind und ausgerechnet sie die Auserwählten sind, denen es gelingen könnte, diese ans andere Ufer zu ziehen.

„Freundschaft mit Extras“ hatte es jemand in meiner Lieblingsserie „Boston Legal“ (oder war es in „Ally McBeal“?) mal so nett formuliert. Ist das etwas, über das man sich freuen sollte oder führt es unweigerlich zu einer Telefonnummer weniger im Handy? Weil man die Straßenseite wechseln muss, wenn es schiefläuft… und tut es das nicht in 98% der Fälle, wo gute Freunde alkoholisiert plötzlich und unerwartet miteinander im Bett (oder auf dem Rücksitz eines Autos, einer Open-Air-Wiese, einer Nightclub-Toilette, einer Couch bei Freunden, in einem Campingzelt, Hotelzimmer, Hauseingang) landen?
Freundschaft ist definitiv eine gute Basis, um die Irrungen und Wirrungen einer lebenslangen Partnerschaft ohne On-and-Off-Dramen zu überdauern, aber aus unerfindlichen Gründen führt die sexuelle Anziehung zwischen Mann und Frau nicht zwingend Menschen mit großen Gemeinsamkeiten zusammen. Denn total scharf aufeinander zu sein, ist ein Hobby, bei dem die meisten leider nicht allzu lange dran bleiben…

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